Foto: Olaf Baumann, Hannover

Preisträger BDA Preis Niedersachsen 2006

Nahversorgungszentrum Große Pranke 3

Hannover

Foto: Olaf Baumann, Hannover

Nahversorgungszentrum Große Pranke 3

Hannover
Projekt
Nahversorgungszentrum Große Pranke 3, Hannover
Architekt
Despang Architekten BDA, Hannover
Bauherr
Hartmann & Wyludda Immobilien GmbH

Der mit Gewerbebau aufgewachsene Kollege Carsten Roth verglich die Architekten einst „mit Straßenkämpfern, welche den Kampf gegen die Bedeutungslosigkeit sonstiger Einkaufsmärkte aufgenommen haben. Die gleichsam pragmatische wie poetische Raumgerüst-Struktur ergebe einen neuen Typus für das Alltagsthema Einkaufsmarkt, der die Kraft hat, einen zentralen Ort in einem heterogenen Wohnumfeld zu entwickeln. Die Architektur habe ihre Aufgabe sehr poetisch umgesetzt, …und mit großer Leichtigkeit und respektvoller Detaillierung nach allen Seiten eine Orientierung für die Nachbarn bietet.“
Cornelia Krause für die db nahm dem voraus: „Handelsketten zu domestizieren bedeutet Schwerstarbeit, zumal wenn Sie mit der Konkurrenz unter ein Dach gesteckt werden. …Nur die Unterstützung des Bauherren und des Stadtplanungsamtes Hannover machten es in Marienwerder möglich, mit baulichen Tricks nicht nur angenehme Aufenthaltsqualitäten zu schaffen, sondern auch ein optisches Äußeres zu erreichen, das die aufdringlichen Werbemethoden anstelle zur Not zur Tugend macht.“
Die Architekten, nach dieser Arbeit erschöpft aber erleichtert, freuen sich über diese Projekterörterung von aussen und zitieren diese daher gerne im Sinne einer Erläuterung, da bei diesem alltäglichen Profan-Bautypus die Empfindungen über das Gemachte um so viel bedeutsamer sind als die Gedanken der Macher.

Foto: Olaf Baumann, Hannover
Foto: Olaf Baumann, Hannover
Foto: Olaf Baumann, Hannover
Foto: Olaf Baumann, Hannover

Preisträger

BDA Preis Niedersachsen 2006

Ein Alltagsbau ohne jegliche Allüren, ein schnörkelloser Funktionsbau, der sich jedem Nutzer selbst erklärt, so stellt sich das Nahversorgungszentrum in einem Wohngebiet aus den siebziger Jahren dar. Einfach strukturiert, mit einer unverhehlten, offenkundig ökonomischen Tragstruktur aus vorgefertigten Stahlbetonrahmen errichtet, ist dem Gebäude dennoch eine unverwechselbare, zeichenhafte Form zu eigen, die in ihrer Körperhaftigkeit den Ortsbezug sucht und den Ort zu definieren vermag. Durch den Kunstgriff des pergolaartigen Obergeschosses wächst dem Gebäude die Präsenz zu, die eine der üblichen flachen Supermarktschachteln an dieser Stelle nicht hätte entwickeln können. Zudem ist die einfache, kraftvolle Architektur in der Lage, der vorlauten Werbeästhetik der Ladennutzer des Gebäudes standzuhalten und ihr einen ordnenden Rahmen zu geben – kein geringes Verdienst bei der ausschließlich kommerziellen Zielsetzung einer solchen Bauaufgabe.